25 Jahrfeier der Dorfgemeinschaft Voißel

Festrede zur 25 Jahrfeier am 29.Mai 1999 von Willi Kremer

Zur 25 Jahre- Feier unserer DG Voißel heiße ich sie alle:
"herzlich willkommen"
euch liebe Mitglieder,
sie verehrte Gäste,-
und ganz besonders unsere Mitglieder, die vor 25 Jahren unsere Dorfgemeinschaft gegründet
haben und u.a. dieses Haus, in dem wir heute feiern, eigenhändig gebaut haben.

Zunächst möchte ich sie alle höflichst bitten, sich von den Stühlen zu erheben,
damit wir der Mitglieder gedenken,
die bereits verstorben sind.

Wir haben viele Gäste, auch aus den benachbarten Dörfern unter uns,
Vertreter von Dorfgemeinschaften,
von Sport- und Theatervereinen,
von Karnevalsvereinen,
ihnen allen: "Herzlich willkommen!"
einige Gäste möchte ich namentlich begrüßen:

---unsere beiden Stellvertretenden Bürgermeister, Peter Wassong und Winfried Simons

---die Ortsvorsteher unserer benachbarten Dörfer, Paul Beul und Theo Schoddel

---die Repräsentanten aus Kreis und Stadtrat
CDU:  Josef Schick und Johannes Ley
SPD: Robert Ohlert
UWV: Wulf Dietrich Simon
Grüne: Ralf Rübsam

Begrüßen möchte ich die ehemaligen Vorsitzende unserer DG:

Wilhelm Josef Henk

HenkW.jpg (36108 Byte)  

Stellvertretent für alle anwesende Damen, begrüße ich herzlich Frau Klara Henk.

Ewald Zart
Karl Kurth
Wir haben zu unserem Fest viele Gäste geladen, leider mußten einige absagen,
unser Pastor: Heinz Josef Arenz ist erkrankt.
Helmut Rosen, Stadtdirektor a.D. ist leider durch einen Trauerfall in der Familie verhindert.

Zum Schluß begrüße ich einen Verein, der die verschiedensten kirchlichen und weltlichen Feste
hier in Mechernich und Umgebung bereichert, aber auch in Belgien, Holland und Südfrankreich
seit Jahren geschätzt wird:
Ich begrüße unseren Musikverein Bleibuir,
mit seinem Vorsitzenden: Matthias Schorn;
und stellvertretend für alle Musizierende:
den Geschäftsfüher: Hermann Josef Kesternich,
und dem Dirigenten: Volker Zart
Musikverein.jpg (28430 Byte)

Vor 25 Jahren war der Musikverein Bleibuuir bei der Einweihungsfeier unseres Dorfgemeinschaftshauses
auch dabei, damals unter der Leitung von Hubert Esch.
Wir freuen uns, daß ihr auch heute hier seid und unsere 25 Jahrfeier musikalisch mitgestaltet!

Nun zum weiteren Programmablauf:

--Zunächst darf ich Ihnen eine kleine komprimierte Zusammenfassung zur Historie unserer DG vortragen

--Ursprünglich war geplant, das uns Heinen Paul, zwichendurch einen nun 25 Jahre alten
Dokumentarfilm zeigt, vom Abbau der Halle in Nörvenich,
dem Aufbau, dem Richtfest und der Einweihungsfeier in Voißel.
Das aber geht nicht, weil es zu dieser Zeit noch zu Hell ist.
Wir sehen den Film später, wenn es etwas dunkler ist.
Die Qualität dieser alten 8 mm Filme, ist mit der der heutigen Filmgeneration nicht mehr Vergleichbar, aber wir,
vor allem die, die damals dabei waren, werden sich sicher über diese Kostbarkeit freuen!
---Der Film dauert etwa 10 Minuten---

Nach dem Vortrag der Historie erfolgt die Ehrung unserer Jubilare,

von
Links nach Rechts
Promis:
Kremer Willi
Peter Wassong
Winfried Simon

Jubilare:
Hermann Heinen
Ewald Zart
Matthias Heinen
Ludwig Greuel
Paul Heinen
25jahr.jpg (36317 Byte) Josef Heiders
Paul Liebertz
Wilhelm Josef Henk
Karl Liebertz
Hermann Kolvenbach
Karl Kurth

dann laden wir Sie zu einem bescheidenen Imbiß ein,
Essen.jpg (27516 Byte)
hieran anschließend könnte, wer den Wunsch verspürt, egal ob Gast oder Mitglied der DG
sich zu Wort melden.

---Hinweisen möchte ich noch auf die Stellwände,
hier haben wir auf 3 Seiten nur einige wenige Aktivitäten der Dorfgemeinschaft,
über die 25 Jahre dokumentiert.

Historie der Dorfgemeinschaft Voißel e.V.

--Wir schreiben das Jahr 1972
Einziger größerer Versammlungsraum im Ort, war der Klassenraum in der alten Schule.
Bei Nikolaus- und Martinsfeier platzte dieser Raum sprichwörtlich aus allen Nähten.
Kirmes mußte immer ein Zelt gemietet werden, und das war nicht nur teuer sondern auch recht arbeitsintensiv!

Nun fängt bekanntlich jedes bessere Märchen an mit den Worten:
"Es war einmal vor langer ,langerZeit"
--und im Voißeler Märchen heißt es weiter:
da arbeitete ein junger Voißeler Heizungsmonteur-Lehrling ;zu der Zeit gab es noch keine AZUBIS-;
auf dem Flugplatz in Nörvenich.
--Er hörte davon, daß 3 große Hallen auf dem Flugplatzgelände abgerissen oder aber verschenkt werden sollten.
"Dat wö jet för os, do künnte m´r jot Kirmes dren fiere",
so oder ähnlich dachte und sprach Bernd,--
natürlich auch, als er wieder zurück in Voißel war.
--Dies vernahmen die Voißeler, undauch sie waren begeistert.Begeistert über die Möglichkeit ein
großes Haus mit einem großen Versammlungsraum zu besitzen,
endlich "Ne gruße Saal zum fiere, dat wö jet!"
--Einer von ihnen, Matthias Heinen, ging zum damaligen Ortsvorsteher, Wilhelm Josef Henk,
und teilte ihm das gehörte mit,und auch erwar sofort fasziniert von der Möglichkeit, die sich hier
für Voißel bot!

--Schon bald fuhr er mit Fritz Henneke dem Leiter der Bleibuirer Raiba und dem Ratsherrn Wolfgang Tannhäuser,
dem früheren Lehrer der einklassigen Dorfschule in Voißel, nach Nörvenich um die Hallen in Augenschein zu nehmen.
--und es kam wie es kommen mußte, bereits im Herbst 1972 wurde auf einer Dorfversammlung letztendlich entschieden:
"wir nehmen eine Halle"
auch Pläne bezüglich des weiteren Vorgehens wurden geschmiedet,
und man darf davon ausgehen, daß zu der Zeit in Voißel,überall, tagtäglich nur noch von dem
zukünftigen neuen Dorf-Feier Haus die Rede war.

--Am 2. März 1973 wurde bereits mit der sach- und fachgerechten Demontage der Halle begonnen
und mehrere Traktorgespanne wurden mit Dach- Tür- Fenster und Wandelementen und Eisenträgern beladen.
Trotz dem Motto:"Viele Hände schnelles Ende",
wurde ein weiteres Wochenende, an dem es leider kalt und regnerich war,
allein für den Abtransport benötigt, und wieder ein Wochenende um den Schutt in Nörvenich zu beseitigen.

Wichtig ist zu wissen,daß zu diesem Zeitpunkt noch keine Genehmigung, zum Aufstellen
der Halle vorlag und daß die Voißeler auch noch keine Dorfgemeinschaft gegründet hatten,
letzteres aber war Voraussetzung für die Genehmigung

--Fast ein Jahr später, am 7. Februar 1974, war es so weit ;
Wilhelm Josef Henk gründete mit 36 Voißelern die Dorfgemeinschaft

Für Voißel ein wichtiges Ereignis, das besonders gewürdigt werden darf!

--Am 17. Januar 1975, fast 1 Jahr später, stellte die CDU- Fraktion im Rat der Gemeinde
den Antrag auf Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses;
--wörtlich heißt es da:
Der Rat möge beschließen: Die Dorfgemeinschaft Voißel erhällt vom Verkaufserlös des
ehemaligen Schulgebäudes zum Aufbau eines Dorfgemeinschaftshauses einen Baukostenzuschuß.
--In der folgenden Ratssitzung war die Diskussion und Entscheidung nicht einfach,
letztendlich fiel zwar die Abstimmung einstimmig für eine Voißeler Unterstützung aus,
aber erst, nachdem ein Ratsherr forderte:"No jet denne Voißeler dat Jeld"

--Das war damals, aber auch aus heutiger Sicht, eine sehr kluge Entscheidung und ich darf auch nach 25 Jahren,
im Namen der Dorfgemeinschaft herzlich Danke sagen!

Wenn ich richtig informiert bin, so sind 2 Gäste unter uns,
die damals bei der Ratsentscheidung mit für das neue DG- Haus gestimmt haben;
unsere beiden Bürgermeisterstellvertreter:
Peter Wassong und Winfried Simons!

--In diese Zeit, zwischen Zusage des Gemeinderates und dem Baubeginn fiel nun folgende kleine,
aber wie ich meine, wichtige Begebenheit:
Der damalige Gemeindedirektor Rosen fährt durch Voißel, vermutlich waren ihm Bedenken gekommen:
"Wie können die Voißeler mit so wenig Geld; 
---man dachte an 25000,-DM Zuschuß und 15000,-DM zinslosem Darlehen,---
---das war letzlich auch die Unterstützung der Gemeinde,---
wie wollen die mit so wenig Geld ein so großes Haus bauen, das klappt niemals,
das wird eine ewige Baustelle,evtl. nur eine Baugrube!

Also mit dieser Einstellung fuhr Rosen durch Voißel
--er begegnete zufällig W.J. Henk,
der zufällig, im damals noch offenen Graben neben der St. Antonius Kapelle stand.
Also Rosen oben, Henk unten im Graben.
Rosen zu Henk:"Das mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Voißel wird nichts"
Pause , Stille,
Henk zu Rosen:"Dann baue m`r se Schwatz, jebaut wed se!
Das war der ganze Wortwechsel zwischen den beiden.

Aber er zeigte große Wirkung, denn ab sofort stellte der Bauhof einen Teil seines Fuhrparks
den Voißelern z.V.;Ludwig Greuel durfte u.a. den Bagger der Gemeinde
viele Stunden, hier in Voißel einsetzen!
Überhaupt hat Rosen, d.h. die Verwaltung, auch der Bauhof, von diesem Tage an,
die Voißeler, wo sie nur konnten unterstützt!
Dafür, von dieser Stelle aus, nochmals herzlichen Dank!

Unterstützung erhielten Voißeler aber auch von einigen Unternehmern, ich darf erinnern
an das Fuhrunternehmen:Mauel aus Schützendorf, an Miltz und Schumacher aus Kall!
Voißel gehörte zwar zu Mechernich, aber der kleine Grenzverkehr zu Kall
funktioniert auch heute noch ausgezeichnet!

Nun weiter zur Historie:

---Baubeginn war Anfang März 1975 und bereits am 24.5.1975,
also knapp 2 Monate später wurde Richtfest gehalten.

---und am 10. Juli, nach nur 5 Monaten Bauzeit, wurde das neue Dorfgemeinschaftshaus in
Voißel eingeweit."Eine tolle Leisung"

---Ich habe bisher, am heutigen Abend, nur von den Männern gesprochen,
die die DG gegründet, und dieses Haus gebaut haben.
---Es werden heute auch nur Männer der ersten Stunde eine Urkunde bekommen.

Aber Fakt ist, da? die Frauen dieser Männer,an der DG, wie auch am Erstellen dieses Hauses
eine gleichwertige Leistung erbracht haben; denn die Zeit, die diese Männer hier am Bau waren,
fehlten sie daheim, in Haus und Hof, diese Frauen mußten also neben ihrer Hausarbeit, zusätzlich
die "Mannslücksarbeit" verrichten.
Also auch den Frauen gebührt unser Applaus und unsere Anerkennung!

Das ist auch der Grund, daß unsere Frauen seit 1990 offiziell Mitglied und
aktiv in der DG sind!
Und das ist auch gut so!

Noch ein besinnlicher Schlußgedanke:

Diese Haus, ist neben unserer St. Antonius Kapelle, Zentrum für ein aktives Leben in der
dörflichen Gemeinschaft.
Aber erst wenn viele Bürger in der Gemeinschaft mitwirken und bereit sind
das Leben im Dorfe mitzugestalten, z.B. so, wie in den vergangenen 25 Jahren,
werden wir uns in Voißel auch zukünftig wohl fühlen!